Artikel mit Tag South Carolina
Vor der Wahl in Florida am Dienstag liefern sich John McCain und Mitt Romney ein heißes Rennen. Für Rudy Giuliani geht es bei seinem ersten Antreten um sehr viel, doch muss er selbst um Platz drei hart kämpfen. Hillary Clinton denkt über Bills Schlafdefizit nach (und ärgert sich über einen Kennedy). Ein letzter Blick nach South Carolina.
Bei den Demokraten wurden Delegierte in Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina vergeben. Wer gewinnen will, braucht 2025 Delegierte. Der Stand derzeit: - Barack Obama 63 Delegierte
- Hillary Clinton 48
- John Edwards 26
Allerdings kennen die Demokraten noch die wenig basisdemokratische Instanz der Super-Delegierten, die bereits zum Teil feststehen. Darüber gibt es verschiedene Schätzungen, ich folge hier CNN. Demnach sieht das Rennen derzeit so aus: - Hillary Clinton 230
- Barack Obama 152
- John Edwards 61
Zur Erinnerung: Für die Republikaner wurden in Iowa, Wyoming, New Hampshire, Michigan und Nevada Delegierte für den Parteitag im Herbst vergeben. Eine Mehrheit ist bei 1191 Delegierten erreicht. Bislang ergibt sich folgende Rangfolge:
- Mitt Romney 66 Delegierte
- John McCain 38
- Mike Huckabee 26
- Ron Paul 6
- Rudy Giuliani 1
Die Republikaner haben ein paar so genannte "Unpledged/nicht gebundene" Kandidaten, die von der Parteiführung bestimmt werden. CNN macht eine eigene Schätzung und bezieht diese Delegierten mit ein, das ändert aber nichts an der Reihenfolge. Quellen: CNN, RealClearPolitics, eigene Berechnungen
Der Sieg von Barack Obama in South Carolina fällt überraschend hoch aus, die Hoffnung auf den ersten schwarzen Präsidenten im Weißen Haus lebt weiter. Allerdings hat Hillary Clinton Recht: Erst am Super Tuesday wird sich zeigen, ob eine Mehrheit der Demokraten auf das Wagnis Obama setzt - oder nicht doch eher auf die bekannte Karte Clinton.
Barack Obama (Platz 1): "We saw the people of Iowa proclaim that our time for change has come. But there were those who doubted this country’s desire for something new. Well, tonight, the cynics who believed that what began in the snows of Iowa was just an illusion were told a different story by the good people of South Carolina. (...) There are real differences between the candidates. We’re looking to fundamentally change the status quo – a status quo that extends beyond any particular party. And right now, that status quo is fighting back with everything it’s got. (...) The choice in this election is not between regions or religions or genders. It’s not about rich versus poor; young versus old; and it is not about black versus white. It’s about the past versus the future. Don’t tell me we can’t change. Yes we can change. Yes we can heal this nation. Yes we can seize our future. (...) Yes. We. Can. (Die ganze Rede, Transkript, Video) Hillary Clinton (Platz 2): “I want to congratulate Senator Obama tonight. And I want to tell you how excited I am that now the eyes of the country turn to Tennessee and the other states that'll be voting on February 5th and, of course, to the state of Florida that will be voting on Tuesday. So millions and millions of Americans are going to have the chance to have their voices heard and their votes counted. (...) We're just people having a conversation about what we believe and what we want, what we hope, and that we're looking for solutions to our problems, because I think there isn't anything America can't do if we put our mind to it.” (Clinton reagierte in Nashville, Tennessee, Transkript, Video) John Edwards (Platz 3): "Now, the there of us move on to February 5th. where millions of Americans will cast their vote and help shape the future of this party and help shape the future of America. Our campaign from the very beginning has been about one central thing and that is to give voice to millions of Americans who have absolutely no voice in this democracy." (Transkript, Video)
Die Demokraten haben am Samstag in South Carolina ihre Primary abgehalten: - Barack Obama 55,4 Prozent (25 Delegierte*)
- Hillary Clinton 26,5 Prozent (12 Delegierte*)
- John Edwards 17,6 Prozent (8 Delegierte*)
Die Republikaner hatten hier bereits eine Woche zuvor gewählt, bei Ihnen hatte John McCain vor Mike Huckabee das Rennen gemacht.
* vorläufige Schätzung der Democratic Party South Carolina
Der Blick über den Teich fällt heute etwas kürzer aus, ich befinde mich gerade über dem Teich. In Florida stritten sich am Abend die Republikaner in einer weiteren Debatte über die Wirtschaftspolitik - dabei wollen sie doch eigentlich alle das gleiche: Bushs Steuersenkungen für Unternehmen und Wohlhabende dauerhaft machen. In South Carolina wählen die Demokraten morgen - doch statt eines weiteren Verweises auf den zunehmend bizarren Streit Clinton/Obama hier ein Lesetipp: Warum die Schwarzen South Carolina entscheiden - eine Reportage.
Der ehrenwerte Reverend Charles B. Jackson braucht neun Sekunden, um von der Vorwahl der Demokraten zum Paradies zu finden. „Wir haben uns wie die Grashüpfer gefühlt, wie Moses Kundschafter vor den Toren des Landes, wo Milch und Honig fließen: das Ziel vor Augen, aber zu schwach, die letzte Hürde zu überwinden.“ Doch dieser Samstag bringe die historische Chance, die Mentalität des „wir schaffen es nicht“ abzulegen und den großen Sprung zu machen: „Wir Afroamerikaner ausgerechnet hier in South Carolina sind mächtig, wir bestimmen den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika,“ donnert Jackson von der Kanzel der Zion Baptist Church in Columbia, der Hauptstadt des Südstaates an der Atlantikküste. Wehe, auch nur ein volljähriges Gemeindemitglied verpasse den Wahltermin. „Amen." Tatsächlich, ausgerechnet in diesem stockkonservativen Bundesstaat, in dem noch die Flagge der Konföderierten als Symbol der Sklavenhalter vor dem Kapitol weht, der seit 1960 mit nur einer Ausnahme Republikaner ins Weiße Haus gewählt hat, haben die Schwarzen am Samstag die Chance, einen der ihren auf den Weg ins Präsidentenamt zu schicken. Dabei gibt es nur ein Problem: Sie müssen sich zwischen Barack Obama und Hillary Clinton, zwischen dem „ersten schwarzen Präsidenten“ und der „ersten Präsidentin Amerikas“ entscheiden.
Eine Reportage zum Abschluss meiner Reise durch South Carolina. Zuerst erschienen: Handelsblatt, 24.1.08
In South Carolina kämpfen Barack Obama und Hillary Clinton um jede Stimme. Vor allem um die der Schwarzen. Da gibt ihnen der Martin Luther King Day die Gelegenheit, sich direkt an diese Schlüsselwähler zu richten, zwingt sie aber auch zur Einheit: Unisono feiern Obama, Clinton und John Edwards die Tatsache, dass sie als potenziell "erster schwarzer Präsident", als "erste Präsidentin Amerikas" auf den Stufen des Kapitols stehen. 40 Jahre nach der Ermordung des Bürgerrechtlers sei Amerika immer noch ein geteiltes Land. Nun biete sich die einmalige Chance, Kings Auftrag zu vollenden.
Die Republikaner beharken sich bereits in Florida (Wahl am 29.1.), die Demokraten legen in South Carolina (26.1.) richtig los. Barack Obama und Hillary Clinton sprachen einen Tag vor dem Martin Luther King-Day bereits in schwarzen Gemeinden, heute nehmen sie ebenso wie Edwards an den Feiern in Columbia (SC) teil, abends liefern sie sich eine TV-Debatte. Ich bin live dabei - reichlich Stoff für frische Beiträge. Die Debatte, welcher Demokrat nun eigentlich in Nevada gewonnen hat, hält an. Und: Wer wird Hillary Clintons First Lady?
John McCain hat in der konservativen Hochburg South Carolina eine historische Schmach getilgt und einen wichtigen Etappensieg für die Zukunft errungen. Er geht nun als Favorit in die nächste Vorwahl in Florida. Doch dort trifft er auf einen frischen Gegner (Rudy Giuliani) und zwei altbekannte Konkurrenten (Mitt Romney, Mike Huckabee). Der aktuelle Stand im verrückten Rennen der Republikaner.
Wer engagiert sich eigentlich für Mike Huckabee, den bibelfesten Shootingstar der konservativen Republikaner? Ein Querschnitt der an- und bodenständigen Amerikaner, für die ein Demokrat nicht in Frage kommt, für die John McCain ein wenig zu liberal ist und die von George W. Bushs falscher Moralität die Nase voll haben. Beobachtungen bei einer fast normalen amerikanische Wahlparty.
Nach einem spannenden Abend hat John McCain die Wahl der Republikaner in South Carolina mit 33,2 Prozent gewonnen, laut Wahlkommission ziemlich knapp vor Mike Huckabee (29,7 %). Es folgen Fred Thompson (15,8) und Mitt Romney (15,1), unter ferner liefen Ron Paul (3,7) und Rudy Giuliani (2,1). Ein wichtiger Sieg für McCain, der hier 2000 seine Kandidatur gegen George W. Bush verloren hatte.
Die Kandidaten und ihren Wettkampf in South Carolina habe ich ausführlich dargestellt, doch auch nach einer Woche hier vor Ort traue ich mir keine Prognose zu - es wird eng zwischen John McCain und Mike Huckabee. Doch auch Mitt Romney und Fred Thompson haben in dieser konservativen Hochburg ihre Anhänger. In Nevada kämpfen vor allem Romney und McCain um den Sieg. Wer immer in beiden Staaten floppt fliegt aus dem Rennen, alle anderen ziehen weiter nach Florida. Auch in der neuen nationalen CNN-Umfrage lässt sich noch kein echter Favorit erkennen.
Fred Thompson verschwendet keine Zeit auf Einzelheiten. ' "Hier geht es um die wichtigste Frage in unserem Leben, es geht um die Zukunft des Landes." Amerika sei so großartig geworden, weil es immer fest auf seinen konservativen Fundamenten gestanden haben - "und darum wird South Carolina den einzigen echten Konservativen in diesem Rennen wählen". Rund 400 Menschen sind zu Thompsons letzter Rede vor der Wahl in South Carolina in ein Hotel am Rande von Greenville gekommen - und sie kennen die Antwort: "Fred, Fred, Fred", donnert es durch den Raum. Was Thompsons als Präsident machen will bleibt offen, aber konservativer im besten amerikanischen Sinne geht es nicht. (Teil 4 einer Reportage-Serie zum Wahlkampf der Republikaner in South Carolina.)
Mitt Romney setzt nach seinem Sieg in Michigan ganz auf seine Wirtschaftskompetenz und geht voll in Opposition zur Regierung in Washington. Die Wahl in South Carolina hat er zwar schon aufgegeben und konzentriert sich auf Nevada, wo ebenfalls am Samstag gewählt wird. Doch einen Wahlkampfstopp legt er in diesem konservativen Südstaat ein - bei den oberen Zehntausend von Charleston, wo er eine treue Anhängerschaft hat.
Teil drei einer Reportage-Serie zum Wahlkampf der Republikaner in South Carolina.
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Kommentare
Fr, 17.08.2012 16:37
Ich hätte einen Kommentar zur Übersetzung von "...and a king who took us to the mountainto p and pointed the way to [...]
So, 10.06.2012 15:01
Was ist denn so schlimm daran, dass ein Hauptschüler die Red e übersetzen könnte? Das heißt doch noch lange nicht, [...]
Mi, 14.03.2012 18:47
könnte mir bitte jemand den un terschied zwischen delegierten und den wahlmännern erklähren BITTE
Sa, 21.01.2012 18:11
Die Zeile "a president who cho se the moon as our new frontie r," Heißt nicht "des Präsiden ten, der den Mond als un [...]
Fr, 24.06.2011 01:31
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