Worum geht es bei den Vorwahlen? Die Delegierten
Noch immer befinden wir uns in der Vorwahlphase, in der die beiden großen Parteien bestimmen, wer für sie bei der Wahl am 4. November antreten darf. Formal wählen Demokraten und Republikaner ihre Kandidaten erst auf dem Parteitag im Herbst, aber das ist reine Formsache. Jetzt, bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten stellen sich alle Bewerber dem Votum der Wähler. Die Stimmen werden in eine bestimmte Anzahl von Delegierten umgerechnet, die wiederum auf dem Parteitag den entsprechenden Bewerber wählen (müssen).
Bei den Demokraten gibt es insgesamt 4049 Delegierte. Wer 2025 zusammen bekommt hat damit die Mehrheit und gewonnen. Allerdings werden bei den Demokraten nicht alle Delegierten per Vorwahl bestimmt. 796 sind sogenannnte Superdelegierte, Vertreter des Parteiestablishments, die beim Parteitag an kein Mandat gebunden sind und sich noch bis zur letzten Minute umentscheiden können.
Bei den Republikaner gibt es weniger Delegierte, hier reichen 1191 für den Sieg aus. Superdelegierte im eigentlichen Sinn gibt es nicht, dafür eine kleinere Anzahl von Unpledged-Delegierten, die zwar ebenfalls per Vorwahl in den Bundesstaaten gewählt werden, aber nicht an einen Kandidaten gebunden (pledged) sind.
Wie wird gewählt?
Bei den Vorwahlen gibt es im Prinzip zwei Sorten. Primaries sind normale Wahlgänge per Wahlzettel. Ein Caucus dagegen ist eine Wahlversammlung, bei der zunächst Sprecher für die einzelnen Kandidaten werben, bevor sich die Anhänger der Bewerber offen zu ihrer Wahl bekennen. Eine Primary und auch ein Caucus können offen bzw. geschlossen sein - je nachdem, ob nur Anhänger der jeweiligen Partei oder auch Unabhängige teilnehmen dürfen.
Was geschieht am Super Tuesday?
Die Vorwahlen finden über einen längeren Zeitraum statt, damit die Kandidaten Gelegenheit haben, sich in vielen Staaten vorzustellen. Allerdings hat sich der Wahlkalender zuletzt stark konzentriert: Während einige Staaten möglichst früh wählen lassen haben sich andere auf einen gemeinsamen Termin festgelegt. Nach vereinzelten Wahlen seit Anfang Januar (vor allem in Iowa, New Hampshire, South Carolina und Florida) steht nun der Super Tuesday an - bei dem in diesem Jahr die Rekordzahl von 24 Bundesstaaten wählen.
Dabei sind auch solche Bevölkerungsgiganten wie Kalifornien - alleine hier geht es um 370 demokratische Delegierte. Aber auch Illinois, New York, Alabama, Arizona, Colorada, Connecticut, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Missouri, New Jersey und Tennessee sind dabei. Insgesamt werden am Super Tuesday 52 Prozent aller demokratischen Delegierten und 41 Prozent der republikanischen Delegierten bestimmt. In der Vergangenheit war damit meistens schon klar, wer das Rennen macht, alle weiteren Vorwahlen waren damit eigentlich überflüssig.
Das National Journal hat eine detallierte Übersicht, wo gewählt wird, wieviele Delegierte jeweils vergeben werden und welcher Wahlmodus angewandt wird.
Wie wird die Delegierten-Zahl berechnet?
Mit dieser Frage geht es nun ans Eingemachte, denn beide Parteien und fast jeder Bundesstaat kennt unterschiedliche Regeln, die mitunter großen Einfluss auf das Ergebnis haben. Auch hier gibt es zwei Prinzipien (und viele Ausnahmen).
The Winner Takes It All: Der Erstplatzierte bekommt alle Delegierten, die anderen gehen leer aus. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn manchmal wird die Regel auf der Ebene des Bundesstaates angewandt (zum Beispiel Florida/Republikaner: McCain gewinnt die Mehrheit und bekommt alle 57 Delegierte), machmal wird in jedem einzelnen Bezirk abgerechnet (womit dann die Delegierten eines Staates doch auf mehrere Bewerber verteilt werden), manchmal wird ein Teil der Delegierten auf Staats- und ein Teil auf Bezirksebene berechnet. Die Republikaner bevorzugen diese Regel.
Proportionale Verteilung: Die Delegierten werden entsprechend dem Stimmergebnis auf alle Bewerber verteilt. In der Regel muss ein Kandidat aber mindestens 15 Prozent der Stimmen gewinnen, um überhaupt berücksichtigt zu werden. Da pro Bezirk meistens vier oder sechs Delegierte zu gewinnen sind werden sie bei einem engen Rennen meistens zu gleichen Teilen auf die beiden Kandidaten aufgeteilt: Da Barack Obama in den meisten Bezirken relativ knapp hinter Hillary Clinton liegt kann man damit rechnen, dass beide Demokraten in vielen Bezirken jeweils zwei bzw. drei Delegierte bekommen - egal, wer nun bei den Stimmen vorne liegt. Doch gibt es auch Bezirke mit ungerader Delegiertenzahl - und hier kommt es auch auf die letzte Stimme an. Konsequenterweise haben sich die Demokraten zuletzt gerade auf diese Bezirke konzentriert.
Ein Beispiel: Kalifornien
Der Staat im Süden der USA ist der bevölkerungsreichste und vergibt daher auch die meisten Delegierten: 370 bei den Demokraten, 170 bei den Republikanern. Die Primary der Republikaner ist geschlossen, es dürfen also nur registrierte Parteianhänger abstimmen. Die Primary der Demokraten ist halb-offen: wer sich als Unabhängiger registriert darf auch mitmachen.
Die Demokraten rechnen 129 (der 370) Delegierten auf Staatsebne ab: gewinnt Clinton mit 47 Prozent der Stimmen, bekommt sie auch 47 Prozent der Delegierten. 241 Delegierte werden jedoch auf Ebene der Distrikte entschieden. Und dann entfallen auf Kalifornien auch noch zusätzlich 71 Superdelegierte. Bei den Republikanern werden 159 (der 170) Delegierte auf Bezirksebene, elf auf Staatsebene bestimmt - jeweils nach der Regel "The Winner Takes It All".
Was kommt beim "Tsunami Tuesday" heraus?
Eigentlich war die Erwartungen, dass diese so früh und heftig begonnene Vorwahlsaison mit dem Super Tuesday entschieden wird. Bei den Republikanern könnte das auch so sein: John McCain hat sich zuletzt so weit von seinen Verfolgern Mitt Romney und erst recht Mike Huckabee abgesetzt, dass er mit Hilfe von "The Winner Takes It All" genügend Delegierte abräumen könnte.
Bei den Demokraten sieht es dagegen ganz anders aus: Hillary Clinton führt zwar in fast allen Staaten vor Barack Obama (und hatte bislang auch die meisten der Super-Delegierten hinter sich). Doch ihr Vorsprung ist relativ gering - und hier werden die Delegierten ja proportional zum Stimmergebnis vergeben. Daher kann Clinton zwar mit einer klaren Nasenlänge vor Obama aus dem Super Tuesday herauskommen - die Mehrheit von 2025 Delegierten kann sie aber ziemlich sicher noch nicht erreichen.
Kommentare
Fr, 17.08.2012 16:37
Ich hätte einen Kommentar zur Übersetzung von "...and a king who took us to the mountainto p and pointed the way to [...]
So, 10.06.2012 15:01
Was ist denn so schlimm daran, dass ein Hauptschüler die Red e übersetzen könnte? Das heißt doch noch lange nicht, [...]
Mi, 14.03.2012 18:47
könnte mir bitte jemand den un terschied zwischen delegierten und den wahlmännern erklähren BITTE
Sa, 21.01.2012 18:11
Die Zeile "a president who cho se the moon as our new frontie r," Heißt nicht "des Präsiden ten, der den Mond als un [...]
Fr, 24.06.2011 01:31
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