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Blobb - Kennzeichen USA
Die Lehren aus der bitteren Niederlage gegen George W. Bush
Schon weit vor dem Tag, an dem John McCain offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl erklärte, hatte der Senator aus Arizona die Planungen für seinen Angriff auf das Weiße Haus begonnen. Bereits 2005 scharte er seinen alten Vertrauten John Weaver und den Bush-Kampagnen-Guru Terry Nelson um sich, um die Strategie für den Kampf um die Kandidatur abzustecken. Seine ursprüngliche Maxime: Do It The Bush Way!
Wie jeder gute Krieger hatte auch McCain aus seiner bitteren Niederlage im Vorwahlkampf 2000 gelernt. Damals war er mit seinem Straight Talk Express durch die Lande gefahren und gerierte sich als Außenseiter im Rennen gegen George W. Bush, dem Liebling der Parteihierarchie. Die Konsequenz aus 2000: McCain gestand sich ein, dass die Kandidatur bei den top-down Republikanern nur zu gewinnen war, wenn man das Establishment der Partei auf seine Seite bringen würde. Vorbei sein sollten deshalb die Zeiten der Außenseiter-Kandidatur. McCain begann, um die Establierten zu kämpfen, die ihm nicht nur den Zugang zu den finanziellen Fleischtöpfen der Partei freigeben, sondern ihm auch die fehlende Glaubwürdigkeit bei konservativen Wählergruppen verschaffen konnten.
Vom Maverick zum treuen Republikaner
Glaubwürdigkeit war in der Tat ein großes Problem für John McCain. Der Mac, wie sie ihn so gerne nennen, war bis dato nicht gerade für seine Treue zur Partei bekannt. Über viele Jahre lang hatte er an seinem Image des Maverick, des unbestechlichen, unabhängigen Politikers geschnitzt, der Staatsräson über Parteiräson stellte. Ein Müntefering der amerikanischen Politik sozusagen. Er hatte als einer der wenigen Republikaner gegen die Bushschen Steuerkürzungen gestimmt. CIA-Folter in Guantanamo war für ihn ein rotes Tuch. Als Teil der Gang of 14 bemühte er sich zusammen mit demokratischen Senatoren darum, Ratio in die Auswahl der Richter für den Supreme Court zu bringen. McCain sprach sich für Stammzellenforschung aus und war einer der ersten, der für die Entlassung von Donald Rumsfeld plädierte.
Der tollkühne Plan des Navy-Piloten ging zunächst auf. McCain schloss Frieden mit den konservativen Elementen in der Partei, was in seinem Auftritt vor Studenten der erz-evangelikalen Bob Jones University in South Carolina gipfelte, die bis in die 1990er Jahre hinein noch das Dating zwischen weißen und schwarzen Studenten verboten hatte. McCain konnte zudem viele Politiker, Geldgeber und Wahlkampfberater aus dem Bush-Lager für seine Kandidatur gewinnen. Er wurde zum Mann der Eliten und zum unvermeidlichen Kandidaten hoch geschrieben. Schnell merkte McCain jedoch, dass ihm dieser elitäre Anzug nicht saß.
Mit der Anlehnung an Bush begann deshalb auch der Abstieg des ambitionierten Senators aus Arizona. Je mehr die Präsidentschaft George W. Bushs in den Wirren des Irak-Krieges unterging, desto schmerzhafter auch die Umfrageverluste für John McCain. Die Establishment-Strategie wurde zu einem Klotz am Bein eines Politikers, der sich bis dato als bissiger Underdog in Washington stilisierte hatte. Auch sein Straight Talk zur Verteidigung der Truppenaufstockung im Irak konnte ihm seine verlorene Authenzität nicht wiedererlangen. Sein Auftritt mit schusssicherer Weste und Kampf-Helm auf einem Marktplatz in Bagdad wurde zum Tiefpunkt seiner Kampagne.
Im Sommer 2007 schon fast am Ende
Diese Kampagne litt im Sommer an fehlenden Einnahmen. Die Spender blieben aus, die Kosten für seine aufwändige Wahlkampforganisation wuchsen McCain über den Kopf. In einem coupe de grace musste er sich schließlich von den vier Top-Beratern trennen, die ihn allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007 über 400.000 Dollar gekostet hatten. In 20 von 22 Vorwahlstaaten mussten Mitarbeiter entlassen und Büros geschlossen werden. McCains Kandidatur schien am Ende. Es gab mittlerweile andere Kandidaten wie Rudy Giuliani, Fred Thompson und Mitt Romney, auf die sich die Presse fokussierte.
Dennoch war die Kampagne im November 2007 finanziell am Ende. McCain musste einen Bankkredit in Höhe von 3 Millionen Dollar aufnehmen, die er mit seiner eigenen Lebensversicherung deckte. Ein Leben für die Politik, im wahrsten Sinne des Wortes. Dieser Kredit ermöglichte es ihm, fast eine Million Dollar in New Hampshire zu investieren. Der Granite State wurde zur Wasserscheide der Kampagne des John M. erkoren. Den Rest der Geschichte kennen wir. Der Phoenix aus Arizona stieg auf aus der eigenen Asche seiner Kandidatur.
Ein Kandidat des Kopfes
Es ist gut möglich, dass John McCain schon am Abend des Super Tuesday als Sieger aus dem Rennen um die republikanische Nominierung hervorgehen wird. Doch auch nach diesem vermeintlichen Triumph wird er nicht der Kandidat der konservativen Herzen sein. Er bleibt der Kandidat des Kopfes.
Mac scheint zwar back zu sein, aber er wird es schwer haben, die konservativen Teile der Partei zu mobilisieren. Er ist nicht der Mann, der enttäuschte Evangelikale mit sozialkonservativem Verve aus ihrer politischen Apathie befreit. Das könnte er höchstens mit einem running mate wie Mike Huckabee erreichen. Und auch wenn McCain zur Zeit noch in Umfragen gegen Hillary Clinton und Barack Obama führt, so werden die Demokraten im Hauptwahlkampf nichts unversucht lassen, sein Image des ach so geradeaus sprechenden Politikers einzureißen. McCain ist für Stammzellenforschung, aber gegen Abtreibung. McCain war für ein liberales Einwanderungsgesetz, heute redet er nur noch über border security. McCain hat gegen Steuerkürzungen gestimmt, bevor er dafür gestimmt hat. Wir erinnern uns noch an das Schicksal von John Kerry im Jahr 2004.
Kommentare
Fr, 17.08.2012 16:37
Ich hätte einen Kommentar zur Übersetzung von "...and a king who took us to the mountainto p and pointed the way to [...]
So, 10.06.2012 15:01
Was ist denn so schlimm daran, dass ein Hauptschüler die Red e übersetzen könnte? Das heißt doch noch lange nicht, [...]
Mi, 14.03.2012 18:47
könnte mir bitte jemand den un terschied zwischen delegierten und den wahlmännern erklähren BITTE
Sa, 21.01.2012 18:11
Die Zeile "a president who cho se the moon as our new frontie r," Heißt nicht "des Präsiden ten, der den Mond als un [...]
Fr, 24.06.2011 01:31
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