John McCain stellt sein Gesundheitskonzept in den Dienst des mündigen Bürgers. Barack Obama bricht endgültig mit seinem früheren Pastor Jeremiah Wright. Das Rennen Clinton/Obama im Spiegel der aktuellen Umfragen. Wie die Kandidaten zum Iran stehen.
Das Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama wird oft als Kampf zwischen dem "ersten schwarzen Präsidenten" und der "ersten Präsidentin" portraitiert. Doch es geht weder um Rasse noch um Geschlecht, sondern um Klasse. Genauer noch: um Bildung, um die Wahl zwischen Angst und Hoffnung.
Howard Dean stellt den Superdelegierten frei, für welchen der beiden demokratischen Kandidaten sie stimmen wollen - aber weder John noch Elizabeth Edwards wollen sich derzeit festlegen. Hillary Clinton verspricht niedrigere Benzinpreise. Barack Obamas Ex-Pastor Wright hält an seinen merkwürdigen Haltungen fest. John McCain reist schon wieder durchs Land, diesmal im Dienste der Gesundheitsreform.
Der Kampf um das Herz der Demokraten ist in Indiana voll entbrannt. Barack Obama versucht es wieder mit einem sachlicheren Ton. Hillary Clinton drängt auf eine weitere TV-Debatte. Obamas Ex-Pastor Jeremiah Wright verteidigt seine Haltung. John McCain erklärt, warum er mit dem Flugzeug seiner Frau fliegt. Und: Sind Obamas Anzüge zu elegant?
Barack Obama räumt ein, dass er die älteren weißen Wähler nicht erreicht. Das stimmt nicht ganz: gebildete, reichere Senioren wählen durchaus Obama. Aber in Ohio und Pennsylvania hat das nicht gereicht. Und was ist mit Indiana?
Hillary Clinton rechnet und rechnet - und sieht sich nun bei den Demokraten knapp in Führung. Doch die Republikaner setzen weiter auf Barack Obama. Allmählich verlieren Amerikas Wähler die Geduld mit den Demokraten - bzw. mit ihrer eigenen Unentschiedenheit. Und:
- Ein tiefer Blick in John McCains Tätigkeit als Washingtoner Lobbyist.
- Was ist Obamas halbe Waffel wert?
Die tiefe Frustration der Wähler hätte zum Ende der Ära Bush ein reduziertes Interesse an Politik erwarten lassen. Das Gegenteil ist eingetreten: Die Beteiligung an den Vorwahlen übertrifft alle Erfahrungen, nicht nur weil der Irakkrieg den letzten Rest an Vertrauen in die Bush-Administration zerstört hat und weil die beginnende Rezession den Grundkonsens der Gesellschaft in Frage stellt. Es ist vor Barack Obama, der neue Wähler mobilisiert und die alten ideologischen Lagergrenzen aufweicht. Dennoch löst der US-Wahlkampf nicht nur Begeisterung aus.
Die Medien haben Pennsylvania noch nicht ganz verdaut, aber die Kandidaten ziehen bereits durch Indiana, wo in zwei Wochen die nächste Wahl droht. Der Sieg spült Millionen in Hillary Clintons leere Kasse. Die Demokraten debattieren erneut über die Rolle der Rasse und die Bedeutung der Swing States, aber nicht mehr über Clintons vorzeitiges Ende. Und: Warum John McCain so wenig Stimmen bekam.
Auch John McCain fuhr in Pennsylvania einen Sieg ein. 73 Prozent erhielt der Kriegsveteran bei der Vorwahl der Republikaner. Angesichts der Tatsache, dass er der einzige Kandidat von Bedeutung auf dem Wahlzettel war kein tolles Ergebnis. Aber er steht ja auch längst als Kandidat der Repubikaner fest. Während sich die Demokraten gegenseitig das Wasser abgraben kann er sich auf die Wahl am 4. November vorbereiten – muss aber aufpassen, dass er von den Medien überhaupt wahrgenommen wird.
Die Zahlen sprechen dafür, dass Barack Obama Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird. Daran hat der Sieg von Hillary Clinton in Pennsylvania nichts geändert. Aber er zeigt, dass durch die demokratische Partei ein Riss läuft, der dafür sorgen kann, dass Obama seine wohl verdiente Waffel (sprich: Kandidatur und Präsidentenamt) nicht bekommt. Am Ende könnte weder ein Schwarzer noch eine Frau, sondern ein 72-jähriger Veteran ins Weiße Haus ziehen.
Die Kommentare konzedieren Clinton einen Etappensieg, sehen sie aber nicht auf der Siegerstraße. Es dominiert die Frage, wie die Demokraten das Rennen beenden und sich auf die Republikaner konzentrieren können. Maureen Dowd bringt es auf den Punkt, wenn sie den genervten Obama zitiert: "Warum kann ich nicht einfach meine Waffel in Ruhe essen?" Was heißen soll: Warum lasst ihr mich nicht endlich gegen McCain antreten und Präsident werden? Fred Barnes hat die Antwort: Weil Clinton in den entscheidenden Staaten und Wählerschichten besser ankommt.
Das Ergebnis von Pennsylvania spricht Hillary Clinton den Sieg zu. Der Vorsprung von zehn Prozentpunkten in einem Staat, in dem sie schon als kleines Mädchen auf Entenjagd ging, ist deutlich, aber nicht die Trendwende, die sie selbst feiert. Doch es reicht, um ihre Kampagne bis zum letzten Wahltermin am 3. Juni am Leben zu halten. Hoffnungen auf ein Ende des Zweikampfes der Demokraten haben sich zerschlagen, die Entscheidung werden erst die Superdelegierten treffen.
Hillary Clinton feiert ihren Sieg als Trendwende - und bittet gleich um Spenden. Barack Obama gibt sich mit dem Erreichten zufrieden und blickt bereits auf den Wettstreit mit dem republikanischen Kandidaten John McCain.
Pennsylvania (Closed Primary, 158 Delegierte), 22.4. Demokraten: - Hillary Clinton 54,7 %, 87 Delegierte
- Barack Obama 45,3 %, 71 Delegierte
Republikaner: John McCain 72,5 %, Ron Paul 16 %, M.Huckabee 11,5 % (Die Verteilung der Delegierten ist noch offen, die genannte Zahl ist eine erste Schätzung) Die Exit Polls finden sich bei CNN, CBS und der New York Times. Die NYT hat auch die Ergebnisse aller Wahlbezirke. Den aktuellen Stand beim Delegiertenrennen (ohne Pennsylvania) und die Ergebnisse/Termine aller Vorwahlen finden Sie hier.
Während die Wahl in Pennsylvania bereits läuft werden die Töne bei den Demokraten immer schriller. Hillary Clinton droht Iran gar mit der "vollständigen Auslöschung", sollte sie Präsidentin werden. Was sonst noch geschah. Und: Tipps für Nachteulen.
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Kommentare
Fr, 17.08.2012 16:37
Ich hätte einen Kommentar zur Übersetzung von "...and a king who took us to the mountainto p and pointed the way to [...]
So, 10.06.2012 15:01
Was ist denn so schlimm daran, dass ein Hauptschüler die Red e übersetzen könnte? Das heißt doch noch lange nicht, [...]
Mi, 14.03.2012 18:47
könnte mir bitte jemand den un terschied zwischen delegierten und den wahlmännern erklähren BITTE
Sa, 21.01.2012 18:11
Die Zeile "a president who cho se the moon as our new frontie r," Heißt nicht "des Präsiden ten, der den Mond als un [...]
Fr, 24.06.2011 01:31
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