Nennt Barack Obama heute seinen Vize-Kandidaten? Vielleicht, vielleicht auch erst morgen. Der Demokrat verschärft im Vorfeld des Parteitages den Ton und wirft John McCain vor, nicht einmal zu wissen, wieviele Häuser er besitzt. Die Republikanern kontern und holen wieder den Rezko-Immobilienskandal hervor. Obama Business as usual - aber Montag beginnt die Parteitagssaison.
Nach wie vor gibt es nur Spekulationen über Barack Oamas Vizepräsidenten-Kandidaten, keine Nachrichten, noch nicht einmal Gerüchte. Die Medien schießen sich allerdings immer einhelliger auf Joe Biden, den erfahrenen Außenpolitiker ein. Mehr zum Kandidatenfeld in diesem Beitrag.
Barack Obama bestätigte gestern zwar, dass er sich entschieden habe: "Yes, I have made the selection". CNN zitiert einen "engen Vertrauten", wonach es Obama schwer gefallen sei, sich zwischen einem erfahrenden Running Mate und einem Agenten des Wandels zu entscheiden: "Obama was very hung up on the experience versus change." Aber mehr dringt nicht nach draußen. Erstaunlich, wie dicht seine Mitarbeiter halten, doch allmählich schleicht sich das Gefühl hat, dass er das Nominierungsdrama überdreht.
Bei den Republikanern verstärkt sich die Erwartung, dass John McCain seinen früheren Konkurrenten Mitt Romney zum Running Mate bestimmen wird. Mark Halperin zitiert zum Beispiel zwei gute Quellen aus der Partei, erwähnt nebenbei aber auch einen möglichen Überraschungskandidaten: Irak-General David Petraeus. Mehr zu den Kandidaten der Republikaner in diesem Beitrag.
Unter dem Druck sinkender Umfragezahlen kommt Obama den Empfehlungen nach, seinen Konkurrenten härter anzugreifen. Nachdem sich John McCain zuletzt vor allem für die Sorgen der vom hohen Ölpreis gebeutelten Amerikaner eingesetzt hat wirft der Demokrat dem Republikaner (und seiner Gattin, der Multimillionärin Cindy McCain) seinen Reichtum vor: “Somebody asked John McCain, 'how many houses do you have?' and he said, 'I'm not sure, I’ll have to check with my staff.' True quote! 'I'm not sure, I'll have to check with my staff.' So they asked his staff and he said, 'at least four.' 'At least four.' I guess if you think that being rich means you gotta make five million dollars, and if you don't know how many houses you have, then it's not surprising that you might think the economy is fundamentally strong. But if you're like me and you've got one house — or you were like the millions of people who are struggling right now to keep up with their mortgage so that they don't lose their home — you might have a different perspective," sagte Obama bei einem Wahlkampfauftritt. (Via CNN)
Die Republikanern greifen das auf und gehen zur Attacke über. “Does a guy who made more than $4 million last year, just got back from vacation on a private beach in Hawaii and bought his own million-dollar mansion with the help of a convicted felon really want to get into a debate about houses?”, fragt ein McCain-Sprecher öffentlich. Und die Kampagne legt sofort einen TV-Spot nach: "Barack Obama knows a lot about housing problems. 'One of his 'biggest fundraisers' helped him buy his million-dollar mansion. Purchasing part of the property he couldn't afford. (...) From Obama, Rezko got 'political favors' including '14 million from taxpayers.' Now, he's a convicted felon, facing jail," heißt es in dem TV-Spot. Die beziehen sich auf Antoin Rezko, einen zwielichten Immobilienentwickler in Chicago, der seinem Freund Obama beim Kauf der Familien-Villa geholfen hatte. Was an diesem so genannten Slumlord-Skandal ist erklärt dieser Beitrag.
Die Haus-Debatte sieht nach dem üblichen Wahlkampf-Geplänkel aus, hat aber eine tiefere Bedeutung, argumentiert Chris Cillizza: "Class remains a powerful motivator for many voters in the country."
Die Washington Post befasst sich gleich in zwei Beiträge mit Michelle Obamas Tätigkeit für das Medical Center in Chicago. Ein Bericht unterstellt ihr, dafür gesorgt zu haben, das lukrative Aufträge an Unterstützer ihres Gatten gingen. In dem anderen Stück geht es allgemeiner um die Beziehungen zwischen Barack Obamas Team und dem Krankenhaus. Offenbar starten die US-Medien eine weitere Runde bei dem Versuch, dunkle Punkte in der Vergangenheit der Kandidaten zu finden.
Die wichtigste Aufgabe für Obama auf dem Parteitag ab Montag wird es sein, die nach wie vor skeptischen Anhänger von Hillary Clinton für sich zu gewinnen. Zwar hat sich Clinton längst hinter den Gewinner der Vorwahl gestellt, aber offenbar sind ihre Signale nicht deutlich genug. "While national polls show that her supporters have been moving toward Mr. Obama, many Clinton voters are still demanding a strong signal from her on whether to shift their allegiance," beobachtete die New York Times bei einem Auftritt Clintons in Florida.
Kommentare
Fr, 17.08.2012 16:37
Ich hätte einen Kommentar zur Übersetzung von "...and a king who took us to the mountainto p and pointed the way to [...]
So, 10.06.2012 15:01
Was ist denn so schlimm daran, dass ein Hauptschüler die Red e übersetzen könnte? Das heißt doch noch lange nicht, [...]
Mi, 14.03.2012 18:47
könnte mir bitte jemand den un terschied zwischen delegierten und den wahlmännern erklähren BITTE
Sa, 21.01.2012 18:11
Die Zeile "a president who cho se the moon as our new frontie r," Heißt nicht "des Präsiden ten, der den Mond als un [...]
Fr, 24.06.2011 01:31
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